Schlafen war schon eine recht schwierige Angelegenheit in den letzten Nächten. Iran ist in Aufruhr, die Demos werden größer. Die Diktatur, die mich und meine Familie nach Deutschland spülte, wankt und die Hoffnung auf Befreiung war noch nie so groß, seit die große Freiheit nach der Revolution in Blut erstickt wurde.
In dieser Nacht wird es noch schwieriger, Schlaf zu finden. Gestern erlebte Tehran eine Demo, die in Größe und Entschiedenheit an den Tagen der Revolution 1979 erinnerte. Für Morgen sind wieder Großdemonstrationen geplant. Heute kündigte der oberste Ayatollah Chamenei Entschiedenheit gegen die Protestbewegung. Er drohte offen den Demonstranten. Es sieht aus, als ob die religiösen Fanatiker zum Gegensturm aufrüsten. In Tehran riecht es nach Blut.
So wird der Samstag zu einem Schicksalstag in der neueren Geschichte Irans. Die Bewegung ist immens, sie militärisch nieder zu werfen wird nicht leicht. Sollte sie den morgigen Tag überstehen, sind wohl die letzten Dämme gebrochen. Die Weiten dahinter übersteigen aller Vorstellungen.
Freitag, 19. Juni 2009
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